Mitwirkung & Arbeitsmotivation

Ein wert­schät­zen­der Umgang im Team ist das A und O einer hohen Arbeits­mo­ti­va­ti­on. Schau bei den Lösungs­vor­schlä­gen nach und lass dich inspi­rie­ren!

Lösungsvorschläge

Mitwirkung

  • Es wer­den regel­mäs­si­ge Aus­tau­sche im Team / mit Vor­ge­setz­ten durch­ge­führt, um die Mei­nung der Mit­ar­bei­ten­den (z. B. deren Zie­le, Ideen, Wün­sche, Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge) abzu­ho­len, z. B. über
    • Mit­ar­bei­ten­den­ge­sprä­che mit Vor­ge­setz­ten
    • Team­sit­zun­gen
    • kur­ze Gesprä­che zwi­schen­durch
    • Chats
    • online Umfra­gen
    • phy­si­sche Boxen für Rück­mel­dun­gen auf Papier
  • Der Betrieb gibt den Mit­ar­bei­ten­den die Mög­lich­keit, mit­zu­wir­ken, wenn sie direkt davon betrof­fen sind (z. B. sind sie in Lösungs­pro­zes­se ein­ge­bun­den, bei Ein­füh­rung neu­er Pro­duk­te / Arbeits­mit­tel ent­schei­den sie mit).
  • Mit­ar­bei­ten­de erhal­ten die Mög­lich­keit, in Eigen­ver­ant­wor­tung über bestimm­te Ange­le­gen­hei­ten zu ent­schei­den.

Information

  • Der Betrieb infor­miert Mit­ar­bei­ten­de regel­mäs­sig über Ange­le­gen­hei­ten im Betrieb, z. B. über
    • eine digi­ta­le Platt­form in ver­schie­de­nen Spra­chen
    • obli­ga­to­ri­sche Sit­zun­gen
    • eine phy­si­sche Pinn­wand

Konstruktiver Umgang mit Konflikten

  • Der Betrieb gibt den Mit­ar­bei­ten­den die Mög­lich­keit, Kon­flik­te offen anzu­spre­chen und zusam­men mit der Füh­rungs­per­son anzu­ge­hen (z. B. schrift­li­che Noti­zen machen, um bei Bedarf auf das Bespro­che­ne zurück­grei­fen zu kön­nen).
  • Mit­ar­bei­ten­de wäh­len selbst, an wel­che Vor­ge­setz­ten sie sich im Kon­flikt­fall wen­den (z. B. an direk­te oder indi­rek­te Vor­ge­setz­te).
  • In Schu­lun­gen ler­nen Mit­ar­bei­ten­de, wie sie bei Kon­flik­ten mit Gästen / Mit­ar­bei­ten­den han­deln kön­nen (z. B. Schu­lung zu lösungs­ori­en­tier­tem Umgang mit Rekla­ma­tio­nen).

Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden

  • In der Pro­be­zeit wird aus­rei­chend Zeit fürs Ken­nen­ler­nen des Teams / Betriebs ein­ge­plant, z. B. indem
    • neue Mit­ar­bei­ten­de allen vor­ge­stellt wer­den (auch bei Vor­ge­setz­ten, Lei­tung, Direk­ti­on)
    • das Team regel­mäs­sig gemein­sam zu Mit­tag isst
    • neue Mit­ar­bei­ten­de einen Göt­ti oder eine Got­te erhal­ten, die bei der Ein­ar­bei­tung unter­stützt
  • Der Betrieb kann Mit­ar­bei­ten­de sicht­ba­rer machen (nach­dem die­se zuge­stimmt haben), indem z. B. alle mit Foto und Name auf der Betriebs­web­sei­te vor­ge­stellt wer­den.
  • Der Betrieb berück­sich­tigt beson­de­re Anläs­se (z. B. Geburts­tag, Dienst­ju­bi­lä­um) von Mit­ar­bei­ten­den (z. B. Betrieb offe­riert ein gemein­sa­mes Essen für Mit­ar­bei­ten­de des glei­chen Geburts­mo­nats; Orga­ni­sa­ti­on eines Aus­flugs; mate­ri­el­les / finan­zi­el­les Geschenk).

Wertschätzender Umgang im Team

  • Der Betrieb kann fla­che Hier­ar­chien för­dern, z. B. indem er Fol­gen­des umsetzt:
    • eine Du-Kul­tur im gan­zen Betrieb
    • eine offe­ne Tür zum Büro der Vor­ge­setz­ten
  • Der Betrieb kann den Team­zu­sam­men­halt för­dern, indem z. B.
    • Betriebs­aus­flü­ge oder Feste für Mit­ar­bei­ten­de orga­ni­siert wer­den (z. B. dafür sepa­ra­tes Bud­get erstel­len).
    • Ver­ständ­nis für die kul­tu­rel­le Viel­falt geför­dert wird (z. B. Schu­lung zu inter­kul­tu­rel­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on).

Aus der Praxis

Der Team­zu­sam­men­halt im Cate­ring­be­trieb «Euro­pe» war auf­grund des Zeit­drucks ange­spannt. Das führ­te zu Kon­flik­ten unter den Mit­ar­bei­ten­den. Dani­el, der Betriebs­lei­ter merk­te, dass die Unzu­frie­den­heit der Mit­ar­bei­ten­den die Arbeits­ab­läu­fe ins Stocken brach­te. Er befürch­te­te, dass sich das auch auf die Gäste­zu­frie­den­heit aus­wirkt und hat des­halb fol­gen­de Schrit­te umge­setzt:

Dani­el orga­ni­siert nun neben den täg­li­chen Mee­tings auch kur­ze wöchent­li­che Aus­tau­sche, bei denen er über Aktu­el­les aus dem Betrieb berich­tet und die Mit­ar­bei­ten­den Anlie­gen und Vor­schlä­ge ein­brin­gen. Die Mit­ar­bei­ten­den wer­den ermu­tigt, Kon­flik­te offen anzu­spre­chen. Zudem kön­nen sie Ideen, Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge und Wün­sche im Betrieb­schat oder in einer phy­si­schen Box plat­zie­ren. Die­se wer­den dann in Ein­zel­ge­sprä­chen oder bei den wöchent­li­chen Mee­tings auf­ge­nom­men. Dani­el hat bemerkt, dass die­se kur­zen Dis­kus­si­ons­mo­men­te lang­fri­stig zu mehr Zeit­ef­fi­zi­enz geführt haben.

Zudem ist Dani­el mit dem städ­ti­schen Hotel- und Gastro­be­trieb «Zum Schlüs­sel» im Aus­tausch, der eine lan­ge Mit­wir­kungs­tra­di­ti­on hat. Das feste Team ist über betriebs­re­le­van­te Pro­ble­me infor­miert und weiss auch über finan­zi­el­le Eng­päs­se Bescheid. Auch wenn die «Zum Schlüssel»-Betriebsleiterin Ble­rime die Ver­ant­wor­tung hat, schätzt sie es sehr, dass sich ihr Team für gemein­sa­me Lösun­gen ein­setzt.

So ist die Rechtslage

  • Der L‑GAV ist ein Min­dest­stan­dard. Die Betrie­be kön­nen immer auch Mass­nah­men dar­über hin­aus ergrei­fen, um eine höhe­re Beschäf­ti­gungs­qua­li­tät zu gewähr­lei­sten. Er wur­de von der Hotel & Gastro Uni­on (Berufs­or­ga­ni­sa­ti­on), den Gewerk­schaf­ten (Unia, Syna) und den Arbeit­ge­ber­ver­bän­den (SCA Swiss Cate­ring Asso­cia­ti­on, Gastro­Su­is­se, Hotel­le­rie­Su­is­se) abge­schlos­sen und ist für gast­ge­werb­li­che Betrie­be all­ge­mein­bin­dend (mit weni­gen Aus­nah­men). Der L‑GAV regelt die Arbeits­be­din­gun­gen im Gast­ge­wer­be (L‑GAV).

Das Mit­wir­kungs­ge­setz in der Schweiz regelt grund­le­gen­de Mit­be­stim­mungs­rech­te der Arbeit­neh­men­den. Wesent­li­che Rege­lun­gen sind:

  • Arbeit­neh­men­den­ver­tre­tun­gen haben Anspruch auf recht­zei­ti­ge Infor­ma­ti­on durch die Arbeit­ge­ben­den zu rele­van­ten Ange­le­gen­hei­ten.
  • Arbeit­ge­ben­de müs­sen ein­mal jähr­lich über Geschäfts­ein­flüs­se auf Beschäf­ti­gung infor­mie­ren (Mit­wir­kungs­ge­setz Art. 9, Abs. 1 & 2).
  • Infor­­ma­ti­ons- und Kon­sul­ta­ti­ons­pflicht besteht in Bezug auf Arbeits­si­cher­heit, Betriebs­über­gän­ge und Mas­sen­ent­las­sun­gen (Mit­wir­kungs­ge­setz Art. 10).