Ausbildung, Weiterbildung & Laufbahn

Schon gewusst? Du erhältst eine Aus­fall­ent­schä­di­gung für Wei­ter­bil­dungs­ta­ge, die dei­ne Mit­ar­bei­ten­den wäh­rend ihrer Arbeits­zeit besu­chen. Die­se und wei­te­re kon­kre­te Mass­nah­men rund ums The­ma Aus­bil­dung, Wei­ter­bil­dung und Lauf­bahn der Mit­ar­bei­ten­den fin­dest du in den Lösungs­vor­schlä­gen.

Lösungsvorschläge

Ressourcen für Ausbildung und Weiterbildung

  • Der Betrieb kann drei durch den L‑GAV bezahl­te Arbeits­ta­ge pro Mitarbeiter:in und Jahr für die beruf­li­che Wei­ter­bil­dung nut­zen und erhält dafür (abhän­gig vom besuch­ten Kurs) eine Aus­fall­ent­schä­di­gung (sie­he L‑GAV Art. 19 und Weiterbildung-Inklusive.ch).
  • Es kann ein sepa­ra­tes Aus- und Wei­ter­bil­dungs­bud­get im Betrieb ange­legt wer­den.
  • Der Betrieb kann Kurs­ko­sten ganz oder teil­wei­se über­neh­men, dafür kön­nen Mit­ar­bei­ten­de auf eine gewis­se Dau­er ver­pflich­tet wer­den. Fol­gen­de Optio­nen sind mög­lich:
    • Der Betrieb bezahlt die Kurs­ko­sten.
    • Der Betrieb gewährt den Mit­ar­bei­ten­den den Besuch von Kur­sen auf Arbeits­zeit, damit kei­ne Minus­stun­den gemacht wer­den müs­sen.
  • Der Betrieb kann sich mit ande­ren Betrie­ben zusam­men­tun und Syn­er­gien nut­zen. Es kön­nen z. B. fol­gen­de Ange­bo­te zusam­men ange­bo­ten wer­den:
    • Gemein­sa­me Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen (z. B. für die Ein­ar­bei­tung neu­er Mit­ar­bei­ten­der)
    • Sprach­kur­se oder Sprach­t­an­dems
    • Aus­tausch­run­den zu arbeits­re­le­van­ten The­men

Ausbildung und Weiterbildung im eigenen Betrieb

  • Der Betrieb kann Mit­ar­bei­ten­de zu arbeits­re­le­van­ten The­men schu­len und z. B. Fol­gen­des anbie­ten (sie­he auch Gesund­heit, Wer­te & Gleich­stel­lung sowie Mit­wir­kung & Arbeits­mo­ti­va­ti­on):
    • Will­kom­mens­ver­an­stal­tung für neue Mit­ar­bei­ten­de (z. B. umfas­sen­des Onboar­ding)
    • Doku­men­te in ver­schie­de­nen Spra­chen (phy­sisch oder online)
    • inter­ne spe­zi­fi­sche Schu­lun­gen
    • inter­ne Wei­ter­bil­dungs­mo­du­le (z. B. pra­xis­be­zo­ge­ne Modu­le, deren erfolg­rei­che Absol­vie­rung stu­fen­wei­se zu Lohn- / Ver­ant­wor­tungs­er­hö­hung füh­ren kön­nen)
    • E‑Learnings und Schu­lungs­vi­de­os (z. B. über Mood­le)

Laufbahnplanung

  • Der Betrieb kann Mit­ar­bei­ten­de in ihrer Lauf­bahn unter­stüt­zen, indem z. B. auf Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te auf­merk­sam gemacht wird und in ver­schie­de­nen Spra­chen erklärt wird, wie die inter­nen Pro­zes­se dies­be­züg­lich aus­se­hen:
    • Ein­fach zugäng­li­che Infor­ma­tio­nen in phy­si­schem Ord­ner zusam­men­stel­len.
    • Ein­fach zugäng­li­che Infor­ma­tio­nen in digi­ta­lem Tool able­gen (z. B. hotel­kit).
  • Die Lauf­bahn der Mit­ar­bei­ten­den kann im Mit­ar­bei­ten­den­ge­spräch the­ma­ti­siert wer­den (z. B. direkt anspre­chen; For­mu­lar anbie­ten, durch das Mit­ar­bei­ten­de ihr Wei­ter­bil­dungs­in­ter­es­se mit­tei­len kön­nen). Mit­ar­bei­ten­den­ge­sprä­che sind auch in klei­nen Betrie­ben ein wich­ti­ges Instru­ment zur För­de­rung der Zufrie­den­heit.
  • Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten kön­nen z. B. fol­gen­der­mas­sen umge­setzt wer­den:
    • Über­nah­me von neu­en Auf­ga­ben in ande­rem Arbeits­be­reich (darf nicht zu Mehr­ar­beit bei den Mit­ar­bei­ten­den füh­ren).

Annas Mit­ar­bei­ten­de haben die Mög­lich­keit, tur­nus­mäs­sig neue Auf­ga­ben in ande­ren Arbeits­be­rei­chen zu über­neh­men. So hilft Franz aus dem Hou­se­kee­ping bei der Zube­rei­tung vom Früh­stück, der Cas­ser­o­lier Car­lo hilft am Buf­fet und Bari­sta Arte­mis unter­stützt an der Recep­ti­on. Damit erge­ben sich gleich meh­re­re Vor­tei­le: Anna kann Aus­fäl­le bes­ser auf­fan­gen und sie erkennt Poten­tia­le und Inter­es­sen der Mit­ar­bei­ten­den bes­ser. Franz, Car­lo und Arte­mis erwei­tern ihre Pra­xis­er­fah­rung und ver­ste­hen die betrieb­li­chen Bedürf­nis­se bes­ser.

    • Über­nah­me von neu­en Auf­ga­ben im bestehen­den Arbeits­be­reich (z. B. Ver­ant­wor­tung für bestimm­te Fach­the­men wie Hygie­ne, Arbeits­si­cher­heit, Ergo­no­mie im Betrieb).
    • Mit­ar­bei­ten­de über­neh­men grös­se­re Ver­ant­wor­tung (z. B. neue Mit­ar­bei­ten­de ein­ar­bei­ten; mit defi­nier­tem Bud­get bestimm­te Ein­käu­fe fürs Team erle­di­gen (z. B. eine klei­ne Über­ra­schung fürs Team zu Ostern), Buchun­gen an der Rezep­ti­on abschlies­sen).
    • Ver­bes­se­rung der Sprach­kom­pe­ten­zen.
    • Auf­zei­gen von inter­nen Lauf­bahn­mög­lich­kei­ten (z. B. Mög­lich­keit zur beruf­li­chen Grund­bil­dung mit Berufs­at­test EBA).

Ausbildung und Weiterbildung ausserhalb des eigenen Betriebs

  • Die Mit­ar­bei­ten­den kön­nen das kosten­lo­se Bil­dungs­an­ge­bot von Pro­gres­so und fide-Sprach­kur­sen nut­zen. Auch ECAP bie­tet bran­chen­spe­zi­fi­sche Sprach­kur­se an.

Die Her­ber­ge «Hoch­tal» schlägt den Mit­ar­bei­ten­den vor, Wei­ter­bil­dungs­kur­se am Anfang oder Ende der Sai­son zu besu­chen. So wirkt sich der Aus­fall der Mit­ar­bei­ten­den weni­ger stark auf das Tages­ge­schäft aus.

Aus der Praxis

Die Her­ber­ge «Hoch­tal» möch­te attrak­ti­ve­re Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten anbie­ten. Der Betrieb erhofft sich, von neu­en Ideen und Inno­va­tio­nen der Mit­ar­bei­ten­den zu pro­fi­tie­ren, Kosten bei inef­fi­zi­en­ten Pro­zes­sen zu redu­zie­ren und als Betrieb attrak­ti­ver zu wer­den.

Che­fin Mali weist ihre Mit­ar­bei­ten­den aktiv auf die jähr­lich drei vom L‑GAV bezahl­ten Wei­ter­bil­dungs­ta­ge hin. Ein gros­ser Vor­teil für Mali ist, dass sie eine Aus­fall­ent­schä­di­gung für die­se Tage bekommt. In den jähr­li­chen Mit­ar­bei­ten­den­ge­sprä­chen bespricht sie Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten mit ihren Mit­ar­bei­ten­den. Inter­es­sier­te Mit­ar­bei­ten­de macht sie z. B. auf die kosten­lo­sen Sprach­kur­se von fide oder Bil­dungs­an­ge­bo­te von Pro­gres­so auf­merk­sam. So konn­te Eymen letz­tes Jahr die Basis­qua­li­fi­ka­ti­on «Pro­gres­so Küche» erlan­gen, bei der er z. B. gelernt hat, wirt­schaft­li­cher mit den Lebens­mit­teln umzu­ge­hen. Da ihm die Arbeit in der Küche gefällt, wird er näch­stes Jahr die Aus­bil­dung zum Küchen­an­ge­stell­ten EBA star­ten.

In der Hotel­ket­te «Pina­da» hat die Lei­tung ein sepa­ra­tes Wei­ter­bil­dungs­bud­get ein­ge­führt, um den Mit­ar­bei­ten­den zusätz­li­che exter­ne Wei­ter­bil­dun­gen zu ermög­li­chen. Aus­ser­dem kön­nen die Mit­ar­bei­ten­den inter­ne E‑Learnings (z. B. zum The­ma Hygie­ne oder Rezep­ti­on) absol­vie­ren. Zudem haben sie Zugang zu kur­zen Facts­heets (z. B. zum The­ma Kon­takt mit der Kund­schaft oder Bedie­nung eines neu­en Arbeits­ge­rä­tes).

So ist die Rechtslage

  • Mit­ar­bei­ten­de haben im unge­kün­dig­ten Arbeits­ver­hält­nis Anspruch auf 3 bezahl­te Wei­ter­bil­dungs­ta­ge (Bil­dungs­ur­laub) pro Jahr, ab 6 Mona­ten Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit, rück­wir­kend für 3 Jah­re.
  • Von Arbeit­ge­ben­den ein­sei­tig ange­ord­ne­te Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen gel­ten nicht als Bil­dungs­ur­laub (L‑GAV Art. 19, Ziff. 1–4).
  • Mit den Betriebs­bei­trä­gen an den L‑GAV wird z. B. die Aus- und Wei­ter­bil­dung im Gast­ge­wer­be unter­stützt (L‑GAV Art. 35, lit. i). Damit wer­den z. B. Kurs­ko­sten, Prü­fungs­ge­büh­ren und Lohn­er­satz bei fol­gen­den Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen über­nom­men (Kom­men­tar zu L‑GAV Art. 35):
    • Sprach­kur­se (fide)
    • Pro­­gres­­so-Kur­­se
    • berufs­be­glei­ten­de Abschlüs­se der beruf­li­chen Grund­bil­dun­gen mit eidg. Berufs­at­test (EBA)
    • berufs­be­glei­ten­de Abschlüs­se der beruf­li­chen Grund­bil­dun­gen mit eidg. Fähig­keits­zeug­nis (EFZ)
    • eid­ge­nös­si­sche Berufs­prü­fun­gen
    • eid­ge­nös­si­sche Höhe­re Fach­prü­fun­gen
    • höhe­re Fach­schu­len NDS